Die Erde zu Gast in Mainz l Weltberühmte Installation GAIA in der Christuskirche

veröffentlicht 13.09.2026, Dekanat Mainz

Vom 13. September bis 4. Oktober 2026 wird die Christuskirche Mainz zum Schauplatz eines außergewöhnlichen Kunst und Kulturereignisses: Die weltberühmte Installation GAIA des britischen Künstlers Luke Jerram zieht in die Kirche ein. Sieben Meter groß schwebt die Erde unter der Kuppel der Kirche detailgetreu dargestellt mit hochauflösenden NASA-Aufnahmen.

Ein Blick auf die Erde, der die Perspektive verändert: Vom 13. September bis 4. Oktober 2026 ist die weltberühmte Installation GAIA des britischen Künstlers Luke Jerram in der Mainzer Christuskirche zu erleben. Sieben Meter groß schwebt die detailreiche Erdkugel unter der Kirchenkuppel und eröffnet einen ungewöhnlichen Blick auf unseren Heimatplaneten – aus einer Perspektive, die sonst nur aus dem Weltraum möglich ist.

Ein Planet zum Staunen

GAIA hat einen Durchmesser von sieben Metern, von innen hell beleuchtet, von außen blau angestrahlt und dreht sich in etwa vier Minuten einmal um die eigene Achse. Eine eigens für die Installation entwickelte Surround-Sound-Komposition mit Umgebungs- und Naturklängen begleitet die Besucher*innen. Die Erde schwebt dabei über dem Altarbereich und wird so selbst zum Mittelpunkt des Kirchenraums.

Die Oberfläche der Installation basiert auf hochauflösenden NASA-Aufnahmen der Erde aus dem Projekt „Visible Earth“. Im Maßstab ist GAIA rund 1,8 Millionen Mal kleiner als unser Planet: Jeder Zentimeter auf der Kugel entspricht etwa 18 Kilometern auf der tatsächlichen Erdoberfläche. Aus einer Entfernung von rund 211 Metern kann die Erde ähnlich wahrgenommen werden, wie sie vom Mond aus erscheint.

Die Erde im „Overview-Effekt“

Die Wirkung knüpft an den sogenannten „Overview-Effekt“ an: die Erfahrung von Astronaut*innen, die Erde aus dem Weltraum als Ganzes zu sehen – als einen einzigartigen, zugleich wunderschönen und verletzlichen Planeten. Bereits der Blick der Apollo-17-Astronauten auf die Erde im Jahr 1972, als sie erstmals vollständig als blauer Planet wahrgenommen werden konnte, veränderte die Vorstellung vom eigenen Lebensraum grundlegend.

Luke Jerram möchte mit GAIA genau diesen Perspektivwechsel ermöglichen: Die Erde erscheint als wunderschöner und kostbarer Ort, als empfindliches Ökosystem und als unser gemeinsames Zuhause.

Miriam Heil, Referentin für Gesellschaftliche Verantwortung und Bildung im Evangelischen Dekanat Mainz und Projektverantwortliche, sagt: „Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir GAIA nach Mainz holen konnten. Für mich ist dieses Kunstwerk mehr als ein beeindruckendes Bild: Wenn unser Planet schwerelos unter dem Kirchenschiff schwebt, sehen wir ihn als das, was er ist – unsere Heimat. Eine Heimat, die wir dringender denn je schützen und bewahren müssen, damit wir und kommende Generationen auch morgen noch eine lebenswerte Zukunft haben.“ Auch Pfarrerin Eva Lemaire freut sich auf die Installation in der Christuskirche: „Nachdem GAIA bereits auf der ganzen Welt an mehr als 30 Orten wie London, Beijing, Kopenhagen und Hamburg zu sehen war, freuen wir uns sehr, dass sie nun in der Mainzer Christuskirche ausgestellt wird. Unsere Kirche wird drei Wochen lang Stätte für ein einmaliges Kunst- und Kulturereignis sein.“ Besonders wird in der Christuskirche sein, dass die Erdkugel nicht nur von unten zu sehen sein wird, sondern auch über die Emporen ein Blick von oben darauf geworfen werden kann.

Glauben, Wissenschaft, Kunst und gesellschaftliche Verantwortung

Der Name GAIA geht auf die griechische Göttin Gaia zurück, die als Personifikation der Erde gilt. Die Bezeichnung „Mutter Erde“ verweist auf die lebensspendende und tragende Rolle unseres Planeten.

In der Christuskirche trifft die Installation auf einen Raum, der Fragen nach Schöpfung, Verantwortung und Zusammenleben stellt. Rund um GAIA verbindet ein umfangreiches Programm Glaube, Wissenschaft, Kunst, Musik und gesellschaftliches Engagement. Die Besucher*innen sind eingeladen, nicht nur zu staunen, sondern auch ins Gespräch zu kommen und sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie wir mit unserem gemeinsamen Lebensraum umgehen. Dekan Andreas Klodt betont: „GAIA eröffnet uns einen neuen Blick auf unsere Erde – und damit auch auf unsere Verantwortung für sie. Sie ist unsere gemeinsame Heimat und Teil von Gottes guter Schöpfung. Ich wünsche mir, dass dieser Blick uns zum Staunen, zur Dankbarkeit und zum verantwortungsvollen Handeln bewegt.“

Ein vielfältiges Programm rund um GAIA

Den Auftakt bildet am 13. September um 11 Uhr ein Gottesdienst unter GAIA. Am Abend folgt um 19 Uhr die Eröffnungsfeier „Die Welt zu Gast in Mainz“ mit dem Orchester des Wandels und Keynote-Speaker Reinhard Schneider (Werner&Mertz) und Luisa Timmermeister (Scientists for future Mainz-Wiesbaden).

In den folgenden Wochen reicht das Programm von „Einfach staunen“-Abenden mit Digital-Detox, Lunch-Breaks unter GAIA und Nacht-Segen über Konzerte, Chormusik und Poetry Slam bis hin zu wissenschaftlichen Vorträgen, Workshops und spirituellen Formaten. Auf dem Programm stehen unter anderem ein Science Slam mit Einstiegsvortrag von Prof. Wörner (ESA), eine Bewegungsmeditation unter der Erdkugel, QiGong und die Poesie der Schöpfung, der Poetry Slam „Sehnsuchtsorte“ sowie das Chor-Konzert „One World – many Voices“.
Auch die Frage nach der Verantwortung für die Schöpfung nimmt breiten Raum ein. Geplant sind unter anderem ein Workshop zur „Planetary Health Diet“, „EAT, MEET, TALK – fair und achtsam genießen unter GAIA“, ein Vortrag zu Fair Finance, eine Wort-Gottes-Feier zum Thema „Schöpfung bewahren und Genießen“ sowie ein Kinoabend - „Das Gewicht der Welt“ mit Life-Talk mit dem Protagonisten Sebastian Seifert.
Ein besonderer Höhepunkt ist der GAIA-Familientag am 3. Oktober. Von 12 bis 18 Uhr lädt die Christuskirche unter dem Motto „Mainz for Future: Gemeinsam Zukunft gestalten“ dazu ein, verschiedene Nachhaltigkeits-Initiativen kennen zu lernen und unterschiedliche Mitmachangebote zu nutzen.  Am Nachmittag gibt es eine Kinderdisko unter der Erdkugel, am Abend folgt die GAIA Dance Night. Für die nötige Energieversorgung sorgen die Weltfairänderer mit dem Faircafé und die evangelische Familienbildung mit einer alkoholfreien Cocktailbar. Eine Soli-Suppenaktion und Kuchen ergänzen die kulinarische Verpflegung. Während der Dance Night werden Wein, Bier und Softdrinks angeboten.

Am Abschlusstag gibt es unter dem Titel „Staunen“ eine Ökumenische Familienkirche zum Erntedankfest mit kreativen Mitmachstationen, einem gemeinsamen Gottesdienst mit dem Kinderchor der Liederwerkstatt und ein Fingerfoodbuffet für Groß und Klein. Mit einer „Blaue Stunde“ endet die GAIA-Ausstellung. Miriam Heil ist stolz auf das vielfältige Programm in Mainz: „Besonders freut es mich, dass wir so viele Kooperationspartner*innen gewinnen konnten, die diese Idee mit eigenen Veranstaltungen mittragen und mit uns gemeinsam sichtbar machen.“ 

Eigenes Programm für Schulklassen

Unter der Woche können sich Schulklassen für eine Besichtigung von GAIA von 10 -12 Uhr anmelden. Die Christuskirche öffnet dann eigens für sie. Dazu werden auch Workshops angeboten.

Allgemeine Infos

GAIA ist vom 13. September bis 4. Oktober 2026 in der Christuskirche Mainz kostenfrei zu erleben. Die regulären Öffnungszeiten sind täglich von 12 bis 22 Uhr. Während einiger Veranstaltungen ist eine Besichtigung der Kugel nicht möglich. Das ausführliche Programm gibt es unter www.gaia-mainz.de