Die evangelischen Kirchengemeinden in Mainz schlagen ein neues Kapitel auf: Nach der Zustimmung der Dekanatssynode – dem regionalen Kirchenparlament - und aller 14 Kirchenvorstände und hat nun auch die Kirchenleitung grünes Licht gegeben. Damit steht der Gründung der „Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Mainz“ zum 1.1.2027 nichts mehr im Weg.
Im Evangelischen Dekanat Mainz leben rund 40.000 evangelische Christinnen und Christen in 15 Gemeinden. Mit der neuen Struktur entsteht erstmals eine dekanatsweite Gesamtkirchengemeinde, die die Zusammenarbeit stärkt und langfristig sichert.
Der Dekanatssynodalvorstand begrüßt diesen Schritt als bedeutenden Meilenstein für die Zukunft der evangelischen Kirche in Mainz. Dekan Andreas Klodt bringt es auf den Punkt: „Mit der Gesamtkirchengemeinde stellen wir uns zukunftsfähig auf und schärfen das evangelische Profil in der Landeshauptstadt. “
Unter dem Motto „Mainz wird eins“ rücken die Gemeinden enger zusammen. Ziel ist es, Kräfte zu bündeln, Aufgaben gemeinsam zu organisieren und das kirchliche Leben auch unter schwieriger werdenden Bedingungen verlässlich zu gestalten.
Klare Strukturen und gemeinsame Verantwortung
Die Gesamtkirchengemeinde stützt sich auf zwei zentrale Organe: die Gesamtkirchengemeindeversammlung und den Gesamtkirchenvorstand. Die Gesamtkirchengemeindeversammlung entscheidet über Haushalt, Stellenplan, Umlagen sowie grundlegende Fragen zu Gebäuden und Grundstücken.
Gleichzeitig bleiben die Ortskirchengemeinden erhalten und gestalten das kirchliche Leben vor Ort. Sie wählen ihre Ortskirchenvorstände, organisieren Gottesdienste sowie Kreise und Gruppen, wirken bei Pfarrwahlen mit und verwalten ihr Budget.
Bewährtes bleibt erhalten
Ein zentrales Anliegen war es, Bewährtes zu sichern. Rücklagen für bestimmte Zwecke bleiben erhalten. Das gilt auch für Erlöse aus Immobilienverkäufen. Stiftungen bleiben in der Verantwortung der jeweiligen Ortskirchengemeinden.
Zusammenarbeit neu gestalten
Die neue Struktur erleichtert die Zusammenarbeit. In sogenannten Planungsräumen können benachbarte Gemeinden enger kooperieren, etwa bei der Pfarrstellenbesetzung oder bei gemeinsamen Angeboten. Gleichzeitig bleibt Raum für ortsbezogene Profile und neue Ideen.
Auch organisatorisch bringt die Gesamtkirchengemeinde Vorteile: Verwaltung und Immobilienmanagement werden zentral gebündelt, um effizienter zu arbeiten und die Ortskirchen zu entlasten. Das Personal bleibt im Dienst der Kirche und wird künftig bei der Gesamtkirchengemeinde angestellt. Die die Begleitung und Aufsicht liegt weiterhin vor Ort.
Eine Antwort auf veränderte Rahmenbedingungen
Die Gründung der Gesamtkirchengemeinde reagiert auf sinkende Mitgliederzahlen und knappe finanzielle Mittel. Sie schafft eine tragfähige Struktur, die langfristig Bestand hat. Gleichzeitig bleibt die Kirche nah bei den Menschen – durch die gewählten Ortskirchengemeinden in den Stadtteilen und den Kommunen um Mainz.
Mit Perspektive in die Zukunft
Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Mainz startet zunächst in eine Erprobungsphase bis Ende 2032. 2030 wird die Arbeit ausgewertet, um über die langfristige Fortführung der Zusammenarbeit zu entscheiden.